Projekte

Das Institut für Kulturforschung Graubünden führt zahlreiche wissenschaftliche Forschungsprojekte nach universitären Standards durch. Sie werden zum einen von den festangestellten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des Instituts bearbeitet, zum anderen von temporär beauftragten Forscherinnen und Forschern. Umfang und Laufzeit der einzelnen Projekte können stark variieren.

Folgende Projekte befinden sich zur Zeit im Stadium der Bearbeitung:

Chesa sur l’En. Biografie eines Hauses. Bearbeiterin: Dr. Cordula Seger. Laufzeit: 2016–2017. Die Chesa sur l’En (ehemals Villa Planta), ein märchenhaft anmutender Châletbau, der 1883 vom Baumwollhändler Jacques Ambrosius von Planta in St. Moritz Bad als Feriensitz erbaut wurde, verkörpert ein Stück Tourismusgeschichte des Tals und verknüpft zahlreiche Handlungsstränge. Das Vorhaben, die Biografie eines Hauses zu schreiben, impliziert, dass die Geschichte eines Hauses weit über das Gebaute hinausweist. Über die Zeit wird es nicht allein von den verschiedenen Bewohnerinnen und Bewohnern und ihren Nutzungsansprüchen geprägt, sondern wirkt seinerseits auf die Innewohnenden zurück. Entsprechend geht es beim vorliegenden Projekt darum, die Chesa sur l’En in ihrer Vielschichtigkeit zu lesen und sie zugleich als Kristallisationspunkt des touristisch geprägten Oberengadins zur Darstellung zu bringen.

Alemannisch in der Rumantschia. Bearbeiter: Dr. Oscar Eckhardt. Laufzeit: 2016-2018. Der jahrhundertelange Sprachkontakt zwischen Rätoromanisch und Alemannisch hat in Graubünden zu verschiedenen Verschiebungen der Sprachgrenzen und Sprachräume zu Gunsten des Alemannischen geführt. Im ursprünglich romanischsprachigen Gebiet treten heute mannigfaltige Konstellationen auf, die von einer mehrheitlich romanischen Sprachkompetenz über eine perfekte bilinguale bis zu einer rein alemannischsprachigen Kompetenz reichen und zudem individuell sehr verschieden sein können. In Anlehnung an neuere Publikationen kann durchaus von der „Geburt neuer Dialekte“ im romanischsprachigen Teil Graubündens gesprochen werden. Das Forschungsprojekt hat zum Ziel, die mannigfaltigen alemannischen Dialekte der Rumantschia festzuhalten, zu untersuchen und in der deutschbündnerischen Sprachlandschaft zu verorten.

Die zwei Leben des Johann Stoffel (1899-1970), dem Bündner Ein- und Ausbrecherkönig. Bearbeiter: Dr. Jürg Simonett. Laufzeit: 2015-2017. Johann Stoffel kommt in Vals als uneheliches Kind zur Welt. Bereits in jungen Jahren verübt er zahlreiche Einbrüche und gerät in einen Kreislauf von Diebstählen und Gefängnis. Es gelingt ihm mehrere Male, aus dem Churer „Sennhof“ zu entweichen. In den Jahren um 1930 wird er in Graubünden und der Ostschweiz immer mehr zur populären Figur, die die Polizei zum Narren hält und es bis zum Churer Fasnachtssujet schafft. Die Zeitungen berichten regelmässig und oft mit einem belustigten Unterton über seine „Streiche“, bei denen er nie Gewalt anwendet. Es entstehen Schnurren und veritable Sagen, bis hin zu Vergleichen mit Robin Hood. Nach dem Prozess von 1931 macht Stoffel im Gefängnis Regensberg eine Schneiderlehre. Nach der Freilassung baut er im Kanton Schaffhausen ein Schneideratelier auf. Ob die neue Umgebung von seiner so anderen Vergangenheit weiss, ist noch nicht geklärt. Die drei zentralen Forschungsfragen des Projekts kreisen um die Figur des „Social Bandit“, um Fahndung und Verwahrung sowie um Stoffels „erstes“ und „zweites“ Leben.

Das Lebenswerk des Bündner Architekten Rudolf Olgiati (1910-1995). Eine Sehschule der Architektur. Bearbeiterin: Christa Vogt, dipl. Architektin ETH SIA. Laufzeit: 2015-2018. In Zusammenarbeit mit dem Departement Architektur der ETH Zürich. Das architektonische Werk des Bündner Architekten Rudolf Olgiati (1910-1995) zeichnet sich durch eine einzigartige Mediation zwischen traditionellen regionalen Architekturen und einer – sich am Spätwerk Le Corbusiers orientierenden – Moderne aus. Es war Diskussionsgegenstand in der schweizerischen Architekturdebatte der 1970er- und 80er-Jahre. Olgiati hatte Gegenspieler, die ihn als „Regionalisten“ bezeichneten, aber auch eine Anhängerschaft, die sich mit seiner Architektursprache identifizierte. Die geplante Studie beabsichtigt, den von Vorurteilen und ideologischem Ballast verstellten Blick auf Olgiatis Arbeit neu auszurichten.

Donne d’oltre frontiera. Storie d’immigrazione femminile in Val Poschiavo e Val Bregaglia nel secondo dopoguerra. Ricercatrice: lic. phil. Francesca Nussio. Periodo: 2015-2017. L’immigrazione è un aspetto della storia contemporanea grigione quasi inesplorato; la ricerca vuole contribuire a colmare questa lacuna. L’ottica adottata è quella della storia di genere, l’approccio metodologico quello della storia orale. Al centro dello studio vi sono le testimonianze di donne provenienti dalla vicina Italia settentrionale, immigrate per lavoro in due valli italofone del sud dei Grigioni tra il 1945 e il 1970. Motivazioni, aspettative, strategie e percorsi delle migranti; reti di contatti e catene migratorie; articolazioni tra migrazione, famiglia, ruoli femminili tradizionali ed emancipazione; significato della frontiera nazionale e del concetto di «straniero» nel contesto di una migrazione a corta distanza tra regioni contigue e culturalmente simili: sono questi i principali temi che s’intendono studiare attraverso l’analisi delle storie di vita delle protagoniste. Una ricerca negli archivi pubblici e uno spoglio della stampa locale completano l’indagine.

Zwischen-Orte in Graubünden. Die neue Inszenierung der Alpen. Bearbeiter: Dr. Thomas Barfuss. Laufzeit: 2015-2017. Das Projekt beschäftigt sich mit der veränderten Wahrnehmung und Inszenierung des alpinen Raums im Kontext von Beschleunigung, Kommerzialisierung und Standardisierung. Erforscht und dokumentiert werden Raststätten, Zollfrei-Zonen, Parkhäuser, Skigebiete, Durchgangsheime etc. Sichtbar werden komplexe Knotenpunkte, an denen Globalisierung und lokale Inszenierung, Standort-Politik und kulturelle Identität, Geschichte und Werbung zusammenlaufen.

Die erste Pfarrerin Graubündens. Bearbeiterin: lic. phil. Christina Caprez. Laufzeit: 2015-2017. Mit Unterstützung des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbunds und der Evangelisch-Reformierten Landeskirche Graubünden. Am 13. September 1931 tat das Dorf Furna im bündnerischen Prättigau einen ungewöhnlichen Schritt: Es ernannte die 25-jährige Greti Caprez-Roffler zur Pfarrerin. Weil Frauen zum Pfarramt offiziell nicht zugelassen waren, löste die Wahl einen Skandal aus, der bis nach Deutschland Schlagzeilen machte. Die Synode konfiszierte das Pfarreivermögen der Berggemeinde, so dass die «illegale Pfarrerin» ihr Amt vorerst für Gotteslohn ausüben musste. Das Forschungsprojekt arbeitet die Lebensgeschichte von Caprez-Roffler mit den Mitteln der Archivrecherche und der Oral History auf. Es vermittelt ein differenziertes Bild der ersten Bündner (und auch Deutschschweizer) Pfarrerin als berufstätige Frau, Theologin und Mutter. Artikel in der „Südostschweiz“ vom 19. November 2015

Handlungsspielräume und Gestaltungsmöglichkeiten der Migrationsbevölkerung in Graubünden. Bearbeiterin: lic. phil. Flurina Graf. Laufzeit: 2015-2018. Mit Unterstützung der Kulturförderung des Kantons Graubünden. In der Schweiz ist die Migrationsforschung stark auf die urbanen Zentren konzentriert. In Erweiterung dazu fragt dieses Projekt nach den Verhältnissen in zwei unterschiedlichen Bündner Bergregionen: dem kleingewerblich-ländlich strukturierten Prättigau und dem touristisch geprägten Oberengadin. Dabei wird ein akteurszentrierter, ethnologischer Zugang gewählt. Im Mittelpunkt des Interesses stehen die Wahrnehmungen, Erfahrungen und Erwartungen der Migrationsbevölkerung: Welche Lebensstrategien verfolgt sie? Wie schätzt sie ihre eigenen Gestaltungsmöglichkeiten ein? In welcher Form partizipiert sie am gesellschaftlichen Leben?

1794. Bearbeiter: Dr. Adolf Collenberg. Laufzeit: 2014-2016. Die 1790er-Jahre waren für die Drei Bünde ein sehr bewegtes Jahrzehnt: Am Anfang standen die Veltliner Klagen gegen die Missstände in der Bündner Verwaltung des Untertanengebiets, in der Mitte die Landesreform und das Strafgericht von 1794, und am Schluss der Abfall der Untertanenlande 1797 und der Untergang der alten Republik 1799. Die Studie zeigt den inneren Zusammenhang der einzelnen Phasen auf. Die turbulenten Ereignisse vom Frühjahr 1794 werden in ihrer Aggressivität, Entschlossenheit und Konsequenz erst durch die aufwieglerische Stimmung im Veltlin und in der Surselva erklärbar, von der die Eliten völlig überrascht wurden. Zur den Oberländer Vorkommnissen liegen Schriftquellen in Surselvisch vor, die von der historischen Forschung bislang nicht ausgewertet worden sind. Artikel in der „Quotidiana“ vom 15. Juni 2016

Bergamo e le Tre Leghe Grigie. Rapporti politici, economici e religiosi lunga una frontiera dimenticata, 1500-1620. Ricercatore: Dr. des. Federico Zuliani. Periodo: 2013-2015. Lo studio vuole analizzare i rapporti tra le Tre Leghe Grigie e Bergamo nella prima età moderna, quando, grazie al nuovo controllo grigione su Valtellina, Valchiavenna e Bormio, la città di Bergamo (sottoposta a Venezia ma dove il patriziato locale godeva ancora di ampia autonomia) venne a trovarsi su una linea di frontiera sino a quel momento sconosciuta. Una linea di frontiera che, nel giro di pochi anni, dall’introduzione della Riforma, venne addirittura a segnare il confine tra Europa del Nord e del Sud, tra Europa Protestante ed Europa Cattolica. Rapporti antichi e profondi tra Bergamo e i Grigioni (oltre che con i territori di lingua italiana a questi soggetti) esistevano però da molto tempo; lo studio vuole investigare così se tali rapporti mutarono, e in che modo, o se si mantennero stabili, dal triplice punto di vista dei legami economici, politici e religiosi tra le due aree geografiche.

Geschichte der rätoromanischen Vokalmusik. Bearbeiterin: M.A. Laura Decurtins Rosset. Dissertationsprojekt an der Universität Zürich bei Prof. Hans-Joachim Hinrichsen. Laufzeit: 2014-2017. Das Projekt wird vom ikg und vom Forschungskredit candoc der Universität Zürich finanziert. Es untersucht die rätoromanische Musik von den Anfängen bis in die Gegenwart mit dem Ziel, eine musikhistorische Grundlagenarbeit zu leisten, die den Wechselwirkungen zwischen der Musikgeschichte und ihrem sprach- und kulturhistorischen Kontext nachgeht. Die Frage nach der Funktionalität der rätoromanischen Musik in ihrem historischen und soziokulturellen Wandel sowie nach einer rätoromanischen „Nationalität“ in der Musik gehört zu den Schwerpunkten der Untersuchung. Nebst werkimmanenten werden auch musiksoziologische Aspekte betrachtet, die im Bereich des Volksliedes, der (geistlichen) Schulmusik, der Chorkultur wie auch in der modernen Populärmusik zu tragen kommen: Wie die „Seele des Volkes“ durch die Jahrhunderte in der Musica rumantscha ihren spezifischen Ausdruck findet, ist ein zentrales Moment einer rätoromanischen Musikgeschichtsschreibung.

Seminar Reichenau. Bearbeiter: Dr. Werner Ort. Laufzeit: 2013-2015. Das Seminar Reichenau war im ausgehenden 18. Jahrhundert ein in der Schweiz einzigartiges Schulinternat, in dem Knaben und Jünglinge nach damals modernsten Methoden unterrichtet, für die Universität oder einen bürgerlichen Beruf vorbereitet wurden und eine republikanische Erziehung genossen. Der spätere Volksschriftsteller und Volkspädagoge Heinrich Zschokke war seit Herbst 1796 als Lehrer und seit Anfang 1797 auch als Direktor und Miteigentümer tätig. Die Studie stellt die kurze Existenz des Seminars (1792-1998) dar und verortet seine pädagogischen Konzepte im Zeitgeist der Aufklärung.

Das Buch in Graubünden. Herkunft, Gebrauch, Funktion, Sammlung und Wirkung von Büchern, Buchsammlungen und Bibliotheken in den Drei Bünden. Bearbeiter: PD Dr. Jan-Andrea Bernhard; Dr. Silvio Margadant. Ein Forschungsprojekt in Zusammenarbeit mit der Kantonsbibliothek Graubünden. Laufzeit: 2013-2017. Das Projekt zielt darauf, die historischen Bibliotheken in den Drei Bünden von 1500-1815 erstmals systematisch zu erfassen, zu beschreiben und auszuwerten. Ein besonderes Augenmerk ist auf die geistige Ausrichtung der Buchsammlungen zu richten. Dies ermöglicht Rückschlüsse auf die geistesgeschichtliche Entwicklung in den Drei Bünden von der Reformation bis zum Ende des Ancien Régime. Gerade die Buchgeschichte offenbart – neben der Epistolographie und der Peregrinationsgeschichte – wesentliche Aspekte nicht nur des Wissenstransfers, sondern auch der geistesgeschichtlichen Entwicklung eines Gebietes. Mit der Projektarbeit verbunden sind verschiedene weitere Fragestellungen, die in diesem Zusammenhang partiell und fallbezogen auch untersucht werden sollen: Wie kamen die Bücher nach Bünden? Wie wurden die Bücher bzw. Buchsammlungen weitergegeben? Welche Funktion und welchen Einfluss hatten die Bücher bzw. die Bibliotheken auf die Bildung in den Talschaften Bündens?

Sogn Murezi. Eine früh- bis spätmittelalterliche Kirchenanlage in Tomils. Bearbeiterin: lic. phil. Ursina Jecklin-Tischhauser. Dissertationsprojekt an der Universität Zürich bei PD Dr. Adriano Boschetti. Laufzeit: 2013-2015. In Kooperation mit dem Archäologischen Dienst Graubünden. Mit der Entdeckung der mehrphasigen Kirchenanlage auf der Flur Sogn Murezi in Tumegl/Tomils im Jahre 1994 ist ein bisher unbekanntes Kapitel zur Churer Bistumsgeschichte und frühmittelalterlichen Monumentenarchäologie des Alpenraums aufgeschlagen worden. Mittlerweile kann nachgewiesen werden, dass zwischen 650 und 950 n. Chr. in unmittelbarer Nähe der Kirche auch Wohn- und Wirtschaftsgebäude bestanden hatten. Vieles deutet auf die damalige Existenz einer geistlichen Gemeinschaft hin. Der aussergewöhnlich gute Erhaltungszustand der Anlage (vollständige Kanalheizung mit nachgewiesenen Resten von Wandkaminen in der Kirche, dreistufige Priesterbank mit Thronsitz, grosse einviertelrunde Feuerstellen in den Wohn- und Wirtschaftsräumen, massive Mörtelböden, gemauerte Sitzbänke, Negative von Wandregalen, Backöfen) gibt ferner wichtige Erkenntnisse zur Baugeschichte, Bautechnik und (liturgischen) Nutzung der Räumlichkeiten. Das Projekt setzt sich zum Ziel, die kulturhistorische Bedeutung des Gebäudeensembles zu erforschen und zu erfassen.

Mineralquellen und Bäder in Graubünden, 15.-19. Jahrhundert. Bearbeiterin: Dr. Karin Fuchs. Laufzeit: 2012-2015. Das Projekt setzt sich zum Ziel, die typologische Breite und die historischen Nutzungsformen vorindustrieller öffentlicher Badeeinrichtungen in Graubünden zu erschliessen. Bislang gerieten vor allem die grösseren, damals überregional bekannten Bäder in den Blick der Forschung (Fideris, Pfäfers, etc), während die zahlreichen kleinen Bäder mit ihrem je lokalen Publikum kaum Beachtung fanden.

Die Alp als Ort der Gegenkultur. Bearbeiter: lic. phil. Markus Schütz. Laufzeit: 2013-2015. Ab Anfang der 1970er-Jahre zog es viele Städter, Aussteiger, Hippies und Zivilisationsmüde zur Arbeit auf die Alp. Insbesondere in Graubünden etablierte sich eine gegenkulturelle, alternative Älplerszene. Die Studie fragt nach ihren Motivationen und Aktivitäten in der Zeit und versucht darüber hinaus ihr heutiges Erbe kulturwissenschaftlich-analytisch zu fassen.

Rechtsquellen des Oberen Bundes. Die Gerichtsgemeinden am Hinterrhein. Bearbeiter: Dr. Adrian Collenberg. Laufzeit: 2011-2017. In Partnerschaft mit der Rechtsquellenstiftung des Schweizerischen Juristenvereins und mit grosszügiger Unterstützung der Kulturförderung des Kantons Graubünden. Ziel des Editionsprojekts ist es, die Rechtsquellen der Gerichtsgemeinden am Hinterrhein in der Zeitspanne von ca. 1400 bis 1798 nach bewährtem Prinzip aufzuarbeiten. Es werden hauptsächlich unbekannte Schriftstücke in deutscher, rätoromanischer und lateinischer Sprache auf juristischer Mikroebene ausgewertet und wissenschaftlich aufbereitet. Neben den frühesten urkundlichen Belegen zum landwirtschaftlichen Alltag sollen Quellen zum Handelsverkehr ausgebreitet werden und mit den rechtsrelevanten Schriftzeugnissen aus der gerichtsgemeindlichen Praxis kombiniert werden. Diese wichtigen Quellen zur Geschichte des Kantons Graubünden respektive des ehemaligen Oberen Bundes werden einer kulturell interessierten Bevölkerung sowie wissenschaftlichen Fachkreisen im In- und Ausland zuverlässig und leicht zugänglich gemacht.

Wie die Bündnerinnen und Bündner reden. Ein multilinguales Projekt mit Audio-CD. Bearbeiter: Dr. Oscar Eckhardt. Laufzeit der Abschlussarbeiten: 2011-2015. Ein Kooperationsprojekt des ikg, der Lia Rumantscha, der Pro Grigioni Italiano und der Walservereinigung Graubünden, unterstützt vom Kanton Graubünden. Im Jahr 2000 startete ein Projekt, das es sich zum Ziel setzte, die Sprachen des Kantons Graubünden aus einer Art Vogelschau darzustellen und das bestehende sprachwissenschaftliche Wissen auf allgemeinverständliche Weise aufzubereiten. Aufgrund gesundheitlicher Probleme einer leitenden Bearbeiterin mussten die Forschungsarbeiten abgebrochen werden und lagen mehrere Jahre brach. Nun bringt Oscar Eckhardt das Projekt im Rahmen seiner Anstellung am ikg zu Ende.

Humanismus, volkstümliche Wissenskultur und frühe Alpenforschung. Die Raetiae alpestris topographica descriptio (1573) des Durich Chaimpel. Kommentierte kritische Edition und Übersetzung. Bearbeiter: Dr. Florian Hitz. Projektkoordination: Dr. Georg Jäger. Laufzeit: 2010-2015. Das Projekt wird vom Schweizerischen Nationalfonds finanziert. Die auf lateinisch verfasste Landesbeschreibung des alpinen Rätien von Durich Chiampel oder Ulricus Campellus, ein Referenztext der Bündner Landesgeschichte und der historischen Alpenforschung, soll nach wissenschaftlichen Kriterien neu herausgegeben werden. Der Text wird erstmals ungekürzt nach der Originalhandschrift ediert, mit durchgehendem Kommentar versehen und integral übersetzt.

Architekturwettbewerbe in Graubünden, 1900–1925. Bearbeiter: Dr. Leza Dosch. Laufzeit: 2012-2015. Mit Unterstützung des Bündner Heimatschutzes. Beim Projekt handelt es sich um eine inhaltliche Neuausrichtung des unter dem Titel „Regionale Romantik. Architektur in Graubünden 1900-1925“ initiierten Forschungsvorhabens. Der neue Aufbau der Arbeit geht von zwei Hauptteilen aus. In einem Katalogteil sind die verschiedenen Wettbewerbe und wettbe­werbs­artigen Verfahren möglichst umfassend aufzulisten sowie je nach Anzahl ganz oder in Auswahl zu dokumentieren und vor­zustellen. Im theo­re­tischen Teil sollen die Ergeb­nis­se des Katalogs ana­lysiert und archi­tek­tur­ge­schichtlich ein­geordnet werden. Zu befragen ist der Architekturwettbewerb überdies in seiner Rolle als Instrument zur Formulierung gestalterischer und ge­sell­schaftlicher Ansprüche.

Edition Bündner Komponisten. Bearbeitung: Cornelia Meier, Luzius Hassler, Dr. Robert Grossmann, Stephan Thomas. Laufzeit: seit 2009. In der ersten Projektphase sind bislang unveröffentliche Werke von vier Bündner Komponisten ediert worden (Armon Cantieni, Robert Cantieni, Meinrad Schütter, Oreste Zanetti). Weitere sollen folgen (Tumasch Dolf, Luzi Bergamin). Ziel ist es, die handschriftlichen Notenblätter so aufzuarbeiten, dass sie von Schulen, Chören und Formationen aller Art genutzt werden können. Auch die Biografien der Komponisten werden aufgearbeitet. Die Edition erfolgt über ein Internetportal (www.buendnerkomponisten.ch). Das Projekt wird in Zusammenarbeit mit der Pädagogischen Hochschule Graubünden durchgeführt.

Innovation durch Kultur. Ein Forschungsprojekt zur innovativen touristischen Inwertsetzung des kulturellen Erbes im Kanton Graubünden. Projektleitung: Dr. Georg Jäger; Bearbeitende: lic. phil. Flurina Graf, lic. phil. Hansjürg Gredig. Laufzeit: 2009 – 2015. Mit finanzieller Unterstützung der Stiftung für Innovation, Entwicklung und Forschung Graubünden. Das Projekt will die Wertschöpfung aus dem kulturellen Reichtum Graubündens erhöhen mit dem Ziel, neue Arbeitsplätze zu schaffen. Es verbindet eine ökonomische Analyse mit einem sozialwissenschaftlichen Vorgehen. Der ökonomische Teil kategorisiert und untersucht bestehende Angebote auf ihren ökonomischen Nutzen (Erfolgs- /Misserfolgsfaktoren); der sozialwissenschaftliche Teil geht der Frage nach, welche Rolle die Kulturgüter für die regionale Identität spielen, wie die Sensibilität für die eigene Kultur erhöht und wie die Bevölkerung für die Kulturvermittlung gewonnen werden kann. Das Projekt wird in Zusammenarbeit mit der Fachstelle für Tourismus und Nachhaltige Entwicklung in Wergenstein und der Forschungsstelle für Wirtschaftspolitik der HTW Chur durchgeführt.

 

 

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