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Bündner Monatsblatt

Zeitschrift für bündnerische Geschichte, Landeskunde und Baukultur

Das Bündner Monatsblatt ist ein traditionsreiches Periodikum, das seinen Leserinnen und Lesern vielfältige Beiträge zur Kultur in Graubünden bietet. Es erscheint viermal jährlich. Jede Ausgabe umfasst 80 – 120 Seiten und ist mit zahlreichen Abbildungen illustriert. Regelmässig werden Buchbesprechungen geboten. Die Herausgeberschaft liegt in den Händen des Instituts für Kulturforschung Graubünden sowie des Bündner Heimatschutzes.

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Alte Jahrgänge auf Retroseals

Sämtliche Jahrgänge des Bündner Monatsblatts seit 1914 sind online verfügbar. Der kostenfreie Zugang erfolgt über die Webseite von Retroseals, des grössten Schweizer Portals für retro-digitalisierte Zeitschriften aus den Bereichen Wissenschaft und Kultur. Die aktuellen Hefte unterliegen einer Sperrfrist. Die letzten zwölf Ausgaben (drei Jahrgänge) werden nur in Papierform vertrieben und bleiben den Abonenntinnen und Abonnenten vorbehalten.

Zur Geschichte des Bündner Monatsblatts

Das Bündner Monatsblatt wurde 1850 von einem Kreis von Honoratioren gegründet, darunter Leonhard Herold, Vincenz Planta, Rektor Peter Kaiser und Otto Carisch. Der Untertitel lautete: „Zeitschrift für Erziehungs-, Armenwesen und Volkswirtschaft“. 1870/71 erschien das Monatsblatt unter dem ambitionierten Haupttitel „Volksblatt, Schweiz. Zeitschrift für Volkswirtschaft und Volkskunde“. Es wurde zum Organ des landwirtschaftlichen Vereins erklärt, aber auch die „unterhaltende und wissenschaftliche Lektüre“ (Pieth) sollte nicht zu kurz kommen.

Die Herausgeber sahen es in der Tradition der populärwissenschaftlichen Zeitschriften wie des alten und neuen „Sammlers“ um die Jahrhundertwende des 18./19. Jahrhunderts: „ein Organ des Bündnerischen Kulturlebens überhaupt“ (die Herausgeber). Es war sogar vorgesehen, das Blatt ab Frühling 1872 alle vierzehn Tage erscheinen zu lassen. Doch das Vorhaben scheiterte.

1881 gab Staatsarchivar Meisser das Monatsblatt wiederum neu heraus. Er beabsichtigte, an den Zielen von 1850 anzuknüpfen. Das Monatsblatt sollte wieder ein Sammelorgan für die wissenschaftlichen und gemeinnützigen Vereine im Kanton sein. Zudem diente es nun auch als Publikationsplattform der neu ins Leben gerufenen Bibliothek der Kantonsschule (der Vorläuferin der Kantonsbibliothek), dem „Naturalienkabinett“ (später Natur-Museum) und der historisch-antiquarischen Sammlung (später Rätisches Museum). Auch die „Bündnerchronik“ der Gründungsphase wurde wieder übernommen. Meisser klagte über zu wenige und zum Teil nicht zuverlässige Mitarbeiter. Bereits nach einem Jahr musste er wieder kapitulieren.

Doch Meisser gab nicht auf. 1896 startete er das Unterfangen von neuem – mit dem gleichen Konzept, diesmal aber mit mehr Mitarbeitern. Das Blatt erschien folglich während sieben Jahren und «erfreute sich … einer guten Aufnahme» (Pieth). Mitten im Jahrgang 1904 ging es aber wieder ein. Es wurde ein Opfer der publizistischen Konkurrenz in Gestalt der von einem Castieler Pfarrer redigierten „Rhätia“, die einen Monat nach der letzten Monatsblatt-Nummer in Schiers erschien, aber – wie Pieth schrieb – „ohne es zu ersetzen“. Nach zwei Jahren verschwand auch die „Rhätia“ von der Bildfläche.

1914 nahm Friedrich Pieth die Herausgabe an die Hand, denn das Monatsblatt war vermisst worden. Seither ist es bis heute ohne Unterbruch erschienen. Pieth publizierte in der ersten Nummer, die bei Victor Sprecher in Chur erschien, ein „Arbeitsprogramm“, das im Wesentlichen auch heute noch gilt. So zählt er unter den abzuhandelnden Themen Inhalte aus den Sparten Geschichte, Literatur, Sprache und Kunst auf, unter letzterer ausdrücklich auch „Baukunst, einzelne Bauten und deren Geschichte“. Ebenso werden „Natur und Heimatschutz“ sowie alle Bereiche der bildenden Kunst in den Blick genommen, und auch soziale Themen, Reisebeschreibungen und Biographien nicht ausgespart. Die Monatschronik zum politischen und kulturellen Leben hatte Jahrzehnte lang Bestand. Sie wurde erst 2002 aufgegeben.

Bereits 1914 kündigte Pieth ein „Verzeichnis der in der Kantonsbibliothek im Laufe eines Jahres gesammelten Literatur“ an, das einmal jährlich erscheinen sollte. Es entsprach der heutigen Bündner Bibliographie, die noch bis 2011 in Papierform erschien und seither ausschliesslich digital angeboten wird. In den Grundzügen blieb Pieths breites Programm von 1914 also bis heute bestehen, wenn auch die verschiedenen Generationen von Redaktorinnen und Redaktoren ihre Akzente unterschiedlich setzten. Bis 1957 erschien das Monatsblatt einmal pro Monat, dann alternierend monatlich oder zweimonatlich als Doppelnummer.

1988 stellte man auf sechs Ausgaben pro Jahr um, 2003 – unter einer Erweiterung des Umfangs pro Nummer und im Zug einer Neugestaltung – auf fünf Ausgaben, wobei die Bibliographie jeweils als eigene Nummer zählte. Nach dem Wegfall der gedruckten Bibliographie sind es seit 2012 jährlich vier Nummern.

Verlag und Herausgeber

Im 19. Jahrhundert hatten die Druckereien noch oft gewechselt. Von 1914 bis 1997 erschien das Monatsblatt dann im gleichen Verlagshaus, das allerdings unter verschiedenen Namen firmierte: Sprecher, Sprecher-Eggerling, Gasser-Eggerling, Gasser, Condrau. 1988 übernahm der Verein für Bündner Kulturforschung die Herausgeberschaft. Seit dem 1. August 1997 liegt die Produktion in den Händen der Casanova Druck und Verlag AG.

2003 stieg der Bündner Heimatschutz BHS als Mitherausgeber ein. Und schliesslich übertrug der Verein für Bündner Kulturforschung 2010 seine Mitherausgeberschaft an das – aus seinen Strukturen gewachsene – Institut für Kulturforschung Graubünden.

Redaktion und Redaktionskommission

Friedrich Pieth, der „Vater“ der heutigen Form, redigierte das Monatsblatt bis 1951. Ihm folgte Rudolf Tönjachen, der bis 1960 wirkte. Ab 1961 betreute eine Redaktionskommission unter der Leitung von Christian Padrutt die Zeitschrift. Diese Konstellation hielt bis zum Tod Padrutts 1975 an. Mitglieder der Redaktionskommission waren Paul Jörimann, Bruno Hübscher und Carl Eggerling (alle seit 1961), sowie Remo Bornatico (seit 1976).

Von 1982 an redigierten Otto Clavuot und Bruno Hübscher das Blatt, von 1985 bis 1987 auch wieder Carl Eggerling. 1987 bestimmte der Verlag eine neue Redaktion, die aus Urs Waldmann und Pieder Caminada bestand. Im Zug des Wechsels der Herausgeberschaft kam 1988 Jürg Simonett als Vertreter des Vereins für Bündner Kulturforschung hinzu. Von 1991 bis 2000 waren Urs Waldmann und Jürg Simonett die alleinigen Verantwortlichen.

Die Jahrgänge 2001 und 2002 redigierte eine Übergangsredaktion bestehend aus Florian Hitz, Yvonne Kocherhans, Adrian Collenberg und Esther Krättli, ehe die Aufsplittung der Herausgeberschaft 2003 zu einer Neustrukturierung führte. Unter der Leitung des Redaktors Florian Jörg formierte sich eine Redaktionskommission mit Hans Domenig, Florian Hitz, Yvonne Kocherhans und Ludmila Seifert. 2007 übernahm Hansjürg Gredig die Funktion des Redaktors, ein Jahr darauf Ludmila Seifert. Neu traten Anna-Alice Dazzi, Georg Fromm, Georg Jäger und Jürg Ragettli in die Redaktionskommission ein, 2009 folgte Marius Risi, 2012 Peter Egloff und Inge Beckel.

Redaktorin

Kommission

Beihefte zum Bündner Monatsblatt

Seit dem Jahr 1992 existiert die Reihe der Beihefte zum Bündner Monatsblatt. Sie beinhaltet Sonderhefte zu einzelnen ausgewählten Themen.  Zur Übersicht aller Bündner Monatsblatt Beihefte

 

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