Am Institut für Kulturforschung Graubünden ist in Zusammenarbeit mit dem Staatsarchiv Graubünden im April 2020, mitten im Lockdown, ein neues Projekt in Angriff genommen worden, das massgeblich von Seiten der Bündner Regierung gefördert wird.

2024 jährt sich die Gründung des Freistaats der Drei Bünde zum 500-sten Mal. Diesen wichtigen Geburtstag nimmt das vorliegende Projekt zum Anlass, über Geschichte und Wandel nachzudenken und prägende Aspekte der bündnerischen Geschichte griffig und anschaulich zu visualisieren. Es soll ein Werk geschaffen werden, das die Geschichtsforschung unterstützt und fördert, dabei aber der Schule und der Öffentlichkeit knappe und doch vertiefte Einblicke in relevante Zusammenhänge ermöglicht.

Ein «Atlas zur Geschichte Graubündens 1524 bis 2024» kommt dem heutigen, stark an Bildern orientierten Publikum entgegen und eröffnet dabei «auf einen Blick» Zugänge in die Vergangenheit. Das Werk wird in drei Sprachen erscheinen und in gedruckter und – erweitert um die zugrundeliegenden Daten – in digitaler Form greifbar sein. Die Geschichte Graubündens wird anhand von Karten und Grafiken erläutert. Innovation und Herausforderung des Projekts liegen insbesondere in der «Longue durée», sind doch statistische Daten im herkömmlichen Sinn erst seit dem 19. Jahrhundert greifbar. Für die Zeit davor müssen ganz eigene Quellen erschlossen werden.

In einer ersten Projektphase haben die HistorikerInnen Jon Mathieu, Heinz Nauer und Karin Fuchs gemeinsam mit dem Grafiker Guido Widmer sowie in engem Austausch mit dem Projektausschuss, bestehend aus Staatsarchivar Reto Weiss und Institutsleiterin Cordula Seger, Aufbau und Konzept des Atlas entwickelt. Massgebend war dabei die ansprechende und gut lesbare grafische Umsetzung der Inhalte.

Im Atlas soll möglichst aktuelles Wissen präsentiert werden, was nur im Kollektiv zu leisten ist. Diese Idee steht denn auch hinter der breiten Einladung an Forschende im Kanton und darüber hinaus, am Projekt mitzuarbeiten. Die rege Beteiligung an der Informationssitzung, die im November 2020 stattfand, zeugte von grossem Interesse. Nun geht es darum, die verschiedenen Expertisen für das Projekt fruchtbar zu machen und dieses in Absprache mit den Beiträgerinnen und Beiträgern inhaltlich weiter zu schärfen.

Hinweise auf spannende Daten, Expertisen für bündnerische Themen und Ideen für Visualisierungen werden gerne entgegengenommen.

Das Visualisierungsabenteuer rollt an…

Weitere Informationen: Karin Fuchs, Projektleiterin (karin.fuchs@kulturforschung.ch)

zurück