Die Ausgabe 4/2019 des Bündner Monatsblatts versammelt Beiträge zu sport- und architekturhistorischen Themen.

Die Zukunft der Reithalle ist ein Dauerbrenner der St. Moritzer Kommunalpolitik. Doch weshalb ist dieses Gebäude architektonisch bedeutend? Das elegant gekrümmte Walmdach von 1910 ist eines der ältesten erhaltenen Beispiele in Europa für die sogenannte Hetzer-Bauweise, die bei freitragenden Hallenkonstruktionen zur Anwendung kam. Der Beitrag von Manuel Maissen, Fabrizio Gramegna und Stefan M. Holzer beleuchtet die Entstehung und Funktion dieser Bauweise sowie die Geschichte der Reithalle St. Moritz selbst.

Ebenfalls teilweise in St. Moritz, aber natürlich auch in Davos spielt ein weiterer Artikel im aktuellen Monatsblatt: Die Sporthistoriker Fabian Brändle und Christian Koller erzählen die Geschichte des Eishockeys in Graubünden zwischen 1880 und 1945. Sie zeigen auf, wie sich das Spiel auf dem Eis vom Touristenzeitvertreib zu einer stark in der Bevölkerung verankerten Sportart entwickelt hat.

Dem wenig bekannten Architekten Max Schucan (1885–1969) widmet sich der renommierte Romanist Luzius Keller – der Enkel auf «Spurensuche» nach Leben und Werk des Grossvaters. Der reich bebilderte Beitrag schildert, wie der in Graubünden geborene Architekt von frühen Wettbewerbserfolgen getragen in späteren Jahren mehrere wichtige Bauten erstellte, vor allem in Zürich. Dabei blieb er Graubünden und besonders dem Engadin stets verbunden.

Schliesslich untersucht der italienische Keramikexperte Enrico Venturelli die Geschichte der Auswandererfamilie Loretz aus Vals, deren Abkömmlinge sich in Norditalien als Produzenten hochwertiger Keramiken betätigten. Zahlreiche Abbildungen aus dem Familienarchiv der Loretz begleiten den Artikel.

Rezensionen aktueller kulturwissenschaftlicher Publikationen runden das Heft 4/2019 ab.

 

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