Am Donnerstag, den 4. April 2019, findet im Rätischen Museum Chur eine Doppelvernissage statt. Zum einen wird um 18 Uhr die Sonderausstellung „Lötschers Kacheln. Die Hafner aus St. Antönien“ vorgestellt, die bis zum 25. August diese Jahres zu sehen sein wird. Zum anderen werden die beiden reich bebilderten Bände zum gleichen Thema präsentiert, welche vom Archäologischen Dienst Graubünden und dem Institut für Kulturforschung herausgegeben wurden. Autor des umfangreichen Werks ist Andreas Heege.

Für fast hundert Jahre (1804-1898) produzierten fünf Hafner der Familie Lötscher in der damals weit abgelegenen und unzugänglichen Walsersiedlung St. Antönien-Ascharina Gebrauchsgeschirr für die Milch- und Hauswirtschaft sowie die Kaffeetafel. Ein lokales Tonlager war die Grundlage, die Abgeschiedenheit und die Weglosigkeit der bündnerischen Täler ihr wirtschaftlicher Vorteil. Ihre Kunden kamen aus dem ganzen Prättigau, von Davos bis Landquart. Im 19. Jahrhundert waren die Lötscher die kulturhistorisch bedeutendste Hafnerfamilie Graubündens.
Sie waren gleichzeitig auch Kachelofenproduzenten und Hersteller qualitätvoller Wasserleitungsrohre. Vor allem die Öfen des dritten Hafners, Christian Lötscher, waren sehr beliebt. Die Eröffnung der Eisenbahnlinie Chur-Davos liess den Betrieb unwirtschaftlich werden. Der letzte Hafner wurde wieder Landwirt.
Das Buch verknüpft erstmals die Geschichte des Tales mit dem Schicksal der Hafnerfamilie und mit ihren erhaltenen Produkten, die heute ein begehrtes Sammelgut darstellen.

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