Die soeben erschienene Ausgabe des Bündner Monatsblatts 4/2018 umfasst verschiedene Beiträge zur Geschichte und Kultur Graubündnes.
Die Rubrik «Personen» enthält ein Porträt von Randolph C. Head, dem jüngsten Träger des renommierten Max Geilinger-Preises. Professor Head, der amerikanische Historiker mit Schweizer Wurzeln, hat Bedeutendes geleistet, um Bündner Geschichte auf internationalem Niveau zu vermitteln.
«Seit 50 Jahren im Spannungsfeld zwischen Sicherheit und Freiheit – Graubünden und das Jahrestreffen des WEFs in Davos», so ist der Beitrag überschrieben, den Regierungsrat Christian Rathgeb anlässlich seines Abschieds vom Sicherheitsdepartement beigesteuert hat. In den frühen 1970er Jahren sorgte noch der Davoser Dorfpolizist mit Hund für die Sicherheit des «Europäischen Management Symposiums» (wie der Anlass damals hiess). Heute hingegen wird diese Aufgabe in einem komplexen Zusammenspiel von Organisationen auf Gemeinde-, Kantons- und Bundesebene geleistet, wobei das Dirigat bei der Bündner Regierung liegt.
Antonia Bertschinger, die an einem grossen historischen Roman über das Bergün des 17. Jahrhunderts arbeitet, präsentiert im aktuellen Monatsblatt einen schillernden Bergüner Lokalpolitiker von damals: den Mastrel Cla Gregori, den sie als «Querulant, Abzocker, Populist» charakterisiert.
Mit geradezu detektivischem Spürsinn behandelt der Aufsatz von Stephan Burkhardt (Offizin Parnassia Vättis) die Geschichte der vermeintlich ältesten Druckerpresse der Welt. Diese hat bis vor kurzem in der Dauerausstellung des Rätischen Museums in Chur gestanden. Mit minutiösen Literaturrecherchen, einer dendrochronologischen Untersuchung und vor allem durch einen Nachbau weist Burkhardt nach, dass die fragliche Presse nicht aus dem 17. Jahrhundert stammen kann, sondern erst in der Mitte des 19. Jahrhunderts hergestellt wurde. Wesentliche Teile der Apparatur sind sogar erst vor hundert Jahren verfertigt worden, als die hölzerne Druckerpresse ihren Weg ins Museum fand.
Unter der Rubrik «Baukultur» zeigt BM 4/18, wie sich der junge Fotograf Jaromir Kreiliger mit dem Werk des 2018 verstorbenen Architekten Robert Obrist auseinandergesetzt hat. Das Fotografie-Portfolio wird begleitet von einer Würdigung aus der Feder von Chasper Pult.
Ausführliche Rezensionen aktueller kulturwissenschaftlicher Publikationen runden die Weihnachtsausgabe 2018 des Bündner Monatsblatts ab.

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