Wer sagt denn, das sei gute Literatur?Über Literatur(kritik), Kanonbildung und die LeserInnen von heute

Wissenschaftsapéro

Donnerstag, 8. März 2018, 17.30 Uhr, Sils/Segl, Pavillon Chesa Fonio

„Vom Schlechten kann man nie zu wenig und das Gute nie zu oft lesen. (…) Um das Gute zu lesen, ist eine Bedingung, dass man das Schlechte nicht lese: denn das Leben ist kurz, Zeit und Kräfte beschränkt.“ (Arthur Schopenhauer)

Leichter gesagt als getan. Denn was sind gute, was schlechte Bücher? Die einen beantworten diese Frage vielleicht intuitiv, geleitet von eigenen Leseerfahrungen und -vorlieben. Andere lassen sich eher von der medialen Rezensions- und Vermittlungsmaschinerie (Buchkritik in Presse, Funk, TV, Internet) leiten, die täglich ihre Empfehlungs-Schneisen durch den Bücherdschungel schlägt, um Orientierung zu geben. Aber welche Wertmassstäbe liegen solcher Orientierung eigentlich zugrunde? Sind sie von Dauer oder unterliegen auch sie noch einem historischen Wandel von Normen und Ideologien? Nicht nur der Rezensions- und Buchmarkt, auch Schule, Universität und Bibliothek wirken durch ihre Auswahl und Vermittlung bestimmter Werke an der literarischen Kanonbildung mit.

Der kommende Wissenschaftsapéro des Instituts für Kulturforschung Graubünden lädt Leserinnen und Leser dazu ein, solche Prozesse im Umgang mit und in der Bewertung von Literatur näher zu hinterfragen, mit Fachpersonen zu diskutieren und eigene Erwartungen an Literatur und deren Vermittlung zu artikulieren. Um die Literatur möglichst aus verschiedenen Perspektiven in den Blick zu bekommen, werden eine Autorin, eine Literaturwissenschaftlerin und eine Bibliothekarin die Gesprächspartner sein.

Es diskutieren mit dem Publikum:

Angelika Overath (Autorin und Journalistin, Sent); Monika Rätz (Bibliotheksleiterin, Sils); Uta Schaffers (Professorin für Literaturwissenschaft und Literaturdidaktik an der Universität Koblenz)

Moderation: Mirella Carbone (wissenschaftliche Mitarbeiterin Institut für Kulturforschung Graubünden)

 

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