Die Ausgabe 2/2019 des Bündner Monatsblatts umfasst fünf interessante Beiträge.

Diego Giovanoli widmet sich in seinem Beitrag der Bau- und Verfallsgeschichte der Wallfahrtskirche San Gaudenzio bei Casaccia. 1518 in spätgotischen Formen errichtet, wurde dieses Gotteshaus im Zuge der Reformationsereignisse 1551 beschädigt und profaniert. Seither steht es als Ruine in der Landschaft am alten Septimerweg.

«Rasch einen Sprung ins Schwimmbad!» Diesen aufmunternden Zuruf hat Marcel Just als Titel seines Beitrags zur heurigen BM-Sommernummer gewählt. Es geht darin um die (heute stillgelegten bzw. aufgehobenen) Bäder, welche die Architekten Nicolaus Hartmann jun. und Otto F. Broglie im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts in Zuoz realisierten: ein Hallenbad für das Lyceum Alpinum und ein Freibad – das spektakuläre «Felsenbad» – für das Hotel Castell.

«Der Architekt Andres Liesch (1927–1990) ist wohl die markanteste Persönlichkeit der Architektur nach dem Zweiten Weltkrieg in Graubünden.» So lautet die Feststellung, mit der Daniel Walser seinen Artikel einleitet. Der Autor diskutiert Lieschs Inspirationen, skizziert die Entwicklung von dessen Oeuvre – ganz überwiegend öffentliche Bauten – und charakterisiert einige Meisterwerke näher.

Im Juli 1874 machte Friedrich Nietzsche Ferien in Bergün. Die Leibeserfahrungen dieses Touristen, die sich u. a. in brieflichen Mitteilungen niederschlugen, sind das Thema von Albert Vinzens’ Beitrag: Der Philosoph in stärkender Alpenluft und Bergeskühle – Nietzsches Gipfelsehnsucht und Zarathustras Gipfelgedanken.

Mit dem Schicksal eines Bündner Söldners «im Pfefferland» beschäftigt sich der Artikel von Andreas Zangger. Balthasar Jecklin (1837–1862) trat 1858 in die Königlich Niederländisch-Indische Armee ein, eine Fremdenlegion, in der weitere 3500 Schweizer dienten. Doch das Kasernenleben auf der Insel Java erwies sich als sehr viel trister denn erwartet. Bevor sein Vater ihn in die Heimat zurückholen konnte, verstarb Balthasar in der tropischen Ferne an der Ruhr.

Eine Buchbesprechung rundet das Heft ab.

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