Dr. Mirjam Mayer
Wissenschaftliche Mitarbeiterin / Historikerinikg
Das Projekt untersucht die Geschichte der Archäologie in den Bündner Alpen in den letzten 150 Jahren. Im Zentrum der Studie stehen archäologische Arbeitsweisen im alpinen Raum und die Frage, wie diese sich im Laufe der Zeit entwickelt haben.
Als kulturwissenschaftliche Disziplin hat sich die Archäologie immer wieder erstaunlich offen gegenüber neuen technischen Verfahren und naturwissenschaftlichen Methoden gezeigt. Diese wiederum prägten die Wahrnehmung und Routinen archäologischer Forschung, verschoben das Erkenntnisinteresse und eröffneten die Möglichkeit einer ganzen Reihe neuer Fragestellungen. Das Projekt fragt, wie neue technische Verfahren in die archäologische Praxis integriert wurden und welche Auswirkungen sie auf den Forschungsalltag, die Interpretation archäologischer Funde und Befunde und das Selbstverständnis der Disziplin hatten.
Aus einer mikrohistorischen Perspektive richtet das Projekt den Blick auf die historischen Akteure der Bündner Archäologie (Laien, universitäre Forscher*innen, Mitarbeiter*innen des Archäologischen Dienstes, lokale Institutionen, wissenschaftliche Netzwerke etc.), die neue technische Verfahren erprobten, diskutierten und in bestehende Forschungspraktiken einbetteten. Anhand dieser Aushandlungen wird sichtbar, welche Erwartungen und Vorbehalte neue Arbeitstechniken hervorriefen, welchen Stellenwert den neu erzeugten Daten zukam und wie sie interpretiert und integriert wurden und wie sich dadurch die Zusammensetzung der beteiligten Akteure, die Zuschreibung wissenschaftlicher Autorität und die Bedingungen archäologischer Wissensproduktion veränderten.
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