Der Schmuggel an den Grenzen zwischen Engadin/Bergell und der Provinz Sondrio

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Die Geschichte des Schmuggels zwischen dem Engadin und Bergell und der Provinz Sondrio beginnt mit Napoleons Neuordnung im Zug der Cisalpinischen Republik. Die ehemaligen Untertanengebiete der Drei Bünde wurden mit einer zentralistischen Regierung konfrontiert, die sogleich Grenzen zog und diese streng kontrollieren liess. Wege, die jahrhundertelang frei benutzt worden waren, wurden durchschnitten. In der Folge entwickelte sich der Schmuggel, der für die Bergbevölkerung auf beiden Seiten der Grenzen zu einer willkommenen Alternative zur harten Land- und Viehwirtschaft und zur Emigration wurde. Das Forschungsprojekt konzentriert sich auf die letzten vier Jahrzehnte in der Geschichte dieses Phänomens, also auf die Zeitspanne zwischen der Weltwirtschaftskrise in den frühen 1930er Jahren und dem „natürlichen Tod“ des traditionellen Schmuggels in den 1970er Jahren, verursacht durch die drastische Erstarkung des Schweizer Frankens und durch eine radikal neue Zollpolitik in Italien. Ein besonderes Augenmerk richten die Forschenden auf die Zeit des italienischen Faschismus und des Zweiten Weltkriegs, als neben Waren aller Art auch Menschen – politisch oder rassenideologisch Verfolgte, Deserteure, Dienstverweigerer – mit Hilfe der Schmuggler in die Schweiz zu gelangen versuchten. Mit diesem Ansatz ergänzt und komplettiert das Projekt jenes von Andrea Paganini zum Puschlav.

Artikel in Terra Grischuna 

Dr. phil. Mirella Carbone

Kulturwissenschaftlerin und Kulturvermittlerin
ikg

Mag. phil. Joachim Jung

Senior Researcher / Kultur- und Literaturwissenschaftler
ikg

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