Frauen in der Bündner Musikkultur

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Bis heute gibt es in Graubünden keine einzige professionelle Komponistin im klassisch-romantischen Sinn – zumindest ist keine bekannt. In der historischen Musikwissenschaft mit ihrem Fokus auf Meisterwerke «grosser» Komponisten galten Leistungen von Frauen bis vor kurzem für kaum untersuchungswürdig, und besonders lange hielt sich diese Auffassung in Graubünden mit seiner traditionell von Männern dominierten Musikgeschichte und Musikgeschichtsschreibung. Gleichwohl weiss man, dass (auch) hier zahlreiche musikliebende Frauen seit jeher aktiv, wenn auch oft im Hintergrund, am musikalischen Geschehen teilgenommen und es nachhaltig geprägt haben. Das Forschungsprojekt verfolgt das Ziel, eine erste Einsicht in die Rolle und Bedeutung dieser Frauen in der Bündner Musikkultur von der Frühen Neuzeit bis heute sowie in der aktuellen Musikszene zu bieten. Gefragt wird dabei nicht nur nach Namen und Leistungen (z.B. Kompositionen) bekannter Musikerinnen, sondern auch nach der sozialgeschichtlichen Realität des weiblichen Musikpraktizierens. Damit soll eine Wissens- und Forschungslücke in der Musikgeschichtsschreibung wie in der Frauen- und Geschlechtergeschichte Graubündens geschlossen und gleichzeitig eine Grundlage für die Forschung im Bereich Musik und Gender in Graubünden gelegt werden. 

Dr. phil. Laura Decurtins Rosset

Musikwissenschaftlerin / Musicologa

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