Das Institut für Kulturforschung Graubünden (ikg) ist eine in Chur domizilierte, unabhängige Forschungsinstitution. Es betreibt und fördert geistes-, sozial- und kulturwissenschaftliche Forschungen mit allgemeinem Bezug zum Alpenraum und besonderer Berücksichtigung von Graubünden und dessen Nachbarregionen.

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News

Die Academia Raetica organisiert am 8. und 9. November 2024 den 9. Kongress «Graubünden forscht» in Davos. Dieser Anlass bringt junge Forschende aus verschiedenen Disziplinen zusammen, zu denen in Graubünden und in der näheren Umgebung geforscht wird. Weitere Informationen

Im festlichen Turmsaal der Hofkellerei in Chur fand nach der Mitgliedersammlung des Vereins für Kulturforschung Graubünden vom 14. Juni die Vernissage der Publikation «GrenzErfahrungen. Schmuggel und Flüchtlingsbewegungen im Fextal und Bergell 1930–1948» statt. Die von Mirella Carbone und Joachim Jung im Rahmen des ikg erarbeitete und beim Verlag Hier und Jetzt erschienene Publikation beleuchtet mittels neuer Quellen und vieler Zeitzeug:innenberichte den Grenzverkehr zwischen Oberengadin und Bergell mit der Provinz Sondrio. Steht erst der Warenschmuggel im Fokus, so befassen sich die Autor:innen ab 1943 insbesondere mit den Schicksalen der Flüchtenden, die in der Schweiz Schutz vor dem faschistischen Terror suchten. Gerahmt wurde der Vortrag durch Lieder über Schmuggler und Migrantinnen, vorgetragen von der Sängerin Martina Hug. Beim Partisanenlied «Bella ciao» schliesslich stimmte der ganze Saal mit ein.

Das von Susanne Peter-Kubli im Rahmen des ikg erarbeitete Buch zum «Panixer – Pass Pigniu. Ein Verkehrsweg als Angelpunkt in der Wirtschafts- und Kulturgeschichte zwischen Glarus und der Surselva» feierte passend zum Thema gleich zweimal Vernissage: zuerst in der Landesbibliothek Glarus und dann, am 13. Juni, im Museum Regiunal in Ilanz. In Glarus begrüsste erst Rolf Kamm, Präsident des Historischen Vereins des Kantons Glarus die Anwesenden. Dann führte Oscar Eckhardt von Seiten ikg ins Buch ein, bevor die Autorin selbst spannende Einblicke in ihr Werk bot. In Ilanz sprachen neben Susanne Peter-Kubli unter anderen Theo Haas, ehemaliger Präsident der Bürgergemeinde Domat/Ems. Auch Arnold Spescha ergriff das Wort, der die Arbeit mit angeregt hatte. Und dann wartete im schönen Museumsgarten ein reicher Apéro auf die Anwesenden.

Das vom ikg organisierte Wissenschaftscafé vom 5. Juni im Hotel Stern in Chur widmete sich der Medizingeschichte und Medizin im alpinen Raum. Für die Academia Raetica, welche die Veranstaltungsreihe «Wissenschaftscafé Graubünden» koordiniert, begrüsste Barbara Haller-Rupf das Publikum. Die Moderation des Gesprächsabends lag bei Oscar Eckhardt vom ikg. Sora Florentina Camartin berichtete in oftmals bewegender Weise vom Wirken ihrer Mutter als Hebamme und Notfallhelferin in der Surselva. Martin Tomaschett erzählte aus der Geschichte der in Trun seit 1850 bestehenden Landarztpraxis, wobei er für die letzten drei Jahrzehnte aus eigener Erfahrung schöpfen kann. Loretta Seglias gab Einblicke in ihr im Rahmen des ikg durchgeführtes medizinhistorisches Forschungsprojekt, das sich auf die Mithilfe vieler lokaler Gewährsleute stützt.

In Ilanz, einem der historischen Tagungsorte der Drei Bünde, wo ja auch der Bundsbrief von 1524 entstand, hat am 1./2. Juni der erste von sieben Jubiläums-Bundstagen 2024 stattgefunden. Auf den offiziellen Teil mit dem Festumzug und den Festansprachen folgten eine eindrückliche Freilichtinszenierung im Museumsgarten, mannigfache musikalische und tänzerische Darbietungen auf Plätzen und in Sälen sowie faszinierende kunsthandwerkliche Präsentationen an den Ständen in den Gassen; das Ganze stimmig abgerundet von einem interessanten Ausstellungs- und Vortragsangebot. Als Ehrengäste im Festumzug mitspaziert sind auch Mitglieder des ikg: die Institutsleiterin Cordula Seger, die Historikerin Karin Fuchs, der Historiker Florian Hitz und aus den Gremien der Kulturforschung die Vereinsvorständin Sonja Halser-Stupf, die Regionalräte Reto Weiss und Christoph Luzi und natürlich die ikg-Stiftungsrätin und Bundstag-Projektleiterin Ursina Jecklin, die als erste Frau seit 500 Jahren einen Bundstag eröffnet hat.

Am 22. März fand in Schaan die Verleihung des Schutzwaldpreises 2024 statt. Den Jurypreis erhielt die von Jürg Hassler und Sandro Krättli (Amt für Wald und Naturgefahren) initiierte vielschichtige Aufarbeitung rund um den Bündner Forstingenieur Johann Wilhelm Coaz und dessen Verdienste im Bereich des Schutzwalds und weit darüber hinaus. Ein zentraler Baustein dieser Aufarbeitung ist das vom ikg verantwortete Buch «Nutzen und schützen. Johann Coaz (1822–1918) der Wald und die Anfänge der schweizerischen Umweltpolitik». Das ikg freut sich mit Jürg Hassler und Sandro Krättli über diese Auszeichnung!

Die «Mitteilungen 2024» sind erschienen. In unserer jährlichen Publikation stellen wir Projekte, Internas aus dem Institut und andere Themen, die uns beschäftigen, den Mitgliedern vor. Mitglieder bekommen von uns eine gedruckte Fassung des Mitteilungsblattes.

Agenda

Wergenstein

Wissenschaftscafé "Bergauf trotzt Schrumpfung - Potenziale und Perspektiven fürs Berggebiet"

Zernez

Graubünden und der Zweite Weltkrieg

St. Moritz

Reihe «Engadin leben»: Gespräch mit Hanspeter Danuser

Fideris

Auf den Spuren des Bades Fideris

St. Moritz

Reihe «Kultur forscht»: Das Ding, das die Welt verändert hat

Ilanz

Buchpräsentation Graubünden im Zweiten Weltkrieg

Sils/Segl

Buchvernissage „Grenz-Erfahrungen"

Chur

Köstliche Wässer

Mitgliederausflug des Vereins für Kulturforschung Graubünden

St. Moritz

Reihe "Das Engadin Leben": Menschen erzählen ihre persönliche Geschichte mit Cinzia Regensburger

Chur

Vernissage «Atlas zur Geschichte Graubündens»

Chur

Buchvernissage «Mordslandschaften»

Langwies

Vielsprachiges Graubünden

Chur

Reihe «Literaturwissenschaft»: Diamanten auf Parsenn. Die frühen Jahre des Bündner Krimis

alle Veranstaltungen

Aktuelle Forschungsprojekte

Sprachräume
2019–2023
Bearb.: lic. phil. Flurina Graf / M. A. Dominique Caglia / Katarzyna Ke
Zusammenarbeit: Pädagogische Hochschule Graubünden

Bildungschancen durch Mehrsprachigkeit an romanischsprachigen Volksschulen

Kulturerbe Graubünden
2020–2024
Bearb.: Dr. Karin Fuchs (PL) und viele andere

Atlas zur Geschichte Graubündens 1524–2024

Mobilitäten, Gesellschaftlicher Wandel vom 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart
2023–2025
Bearb.: Dr. Simon Bundi, Projektleiter; PD Dr. Christoph Maria Merki; MA Isabelle Fehlmann; MA Lukas Oechslin

100 Jahre Motorisierung in Graubünden

Gesellschaftlicher Wandel vom 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart
2021–2025
Bearb.: Dr. phil. Cordula Seger / Prof. Dr. Rico Valär / Dr. phil. Anetta Ganzoni
Zusammenarbeit: Romanisches Seminar der Universität Zürich / Schweizerisches Literaturarchiv (SLA)

Ein Erfahrungsraum – drei Literaturen. Lektüren des Umbruchs in Graubünden nach 1945

Sprachräume
2021–2024
Bearb.: lic. phil. Flurina Graf / Dr. phil. Claudia Cathomas
Zusammenarbeit: Institut für Mehrsprachigkeit der Universität Freiburg und Pädagogische Hochschule Freiburg (IFM)

Die «Diaspora Rumantscha» in der Deutschschweiz: eine Situations- und Bedarfsanalyse

Der Panixerpass – Geschichte einer Verbindung
2023
Bearb.: lic. phil. Susanne Peter-Kubli

Der Panixerpass – Geschichte einer Verbindung

alle Forschungsprojekte

aktuelle Publikationen

Publikationen Institut

Theatergeschichte der Drei Bünde

Chronos
2023

Publikationen Institut

Salonorchester in den Alpen

Chronos
2024

Publikationen Institut

Wanderungen durch die Rhätischen Alpen

AS Verlag
2022

Publikationen Institut

Die Bündner Parteien auf der Suche nach Identität und Macht 1880 - 1939

somedia Buchverlag
2023

Publikationen Institut

Reise durch die Sprachräume Graubündens

Gammeter Media AG
2023

Publikationen Institut

Nylon und Napalm. Die Geschäfte der Emser Werke und ihres Gründers Werner Oswald

Hier und Jetzt
2022